neuenkirchen borgloh 17 18

Symbolfoto: Leuenberger fupa.net

Bereits am vergangenen Freitag hat die 1. Herren im Auswärtsspiel beim TV Neuenkirchen die zweite Niederlage in Folge kassiert. Trainer Lars Brinkschröder musste auf Kapitän Malte Hinrichs (beruflich), Luis Birkemeyer (Sperre), Noah Degenhardt (Trainingsrückstand) und Jakob Nülle (verletzt) verzichten.

Das Spiel auf dem tiefen Neuenkirchener Rasenplatz war von der ersten Spielminute an auf schwachem Kreisliganiveau. Die Borgloher hatten zuletzt vor gefühlt zwei Monaten Naturrasen unter den Stollen und mussten sich erst mit den Platzverhältnissen vertraut machen. Beide Mannschaften agierten viel mit langen Flugbällen, das Spiel hatte entsprechend keine spielerischen Höhepunkte. In der 6. Spielminute hatte Neuenkirchen plötzlich eine Großchance um die Führung zu erzielen. Goran Hussein kam nach einer Standardsituation aus ca. 16 Meter Torentfernung zum Abschluss und traf die Querlatte. Torwart Johannes Waack wäre chancenlos gewesen. Ansonsten passierte in der ersten halben Stunde gänzlich wenig. Abgesehen von einem Schussversuch der Hausherren aus der zweiten Reihe, der das Tor deutlich verfehlte, waren Chancen Mangelware. In der 31. Spielminute kamen die Borgloher dann nach einem Konter zu einer 100%igen Torchance. Innenverteidiger Lukas Sundermann eroberte in der eigenen Hälfte den Ball und lief auf die Abwehr der Hausherren zu, um im passenden Moment Marcel Schweer zu bedienen. Der Hinrichs Ersatz im Sturm schüttelte seinen Gegenspieler ab und lief aus halblinker Position allein auf Torwart Mattern zu. Während in der Mitte Sturmkollege Michael Brüggemann gänzlich Frei stand und den Ball nur über die Torlinie hätte drücken müssen, versuchte es Schweer selbst und zielte knapp am langen Pfosten vorbei. Eine Ablage auf seinen Sturmkollegen wäre im Nachhinein wohl die bessere Option gewesen. In der Folge plätscherte das Spiel wieder vor sich hin. Borgloh zeigte eine schwache Leistung und versäumte es, die gewonnenen Bälle häufiger festzumachen. Stattdessen wurden immer wieder lange Bälle gespielt, die postwendend zurückgepeitscht wurden. In der 40. Spielminute kam Neuenkirchens Kapitän Thorsten Henschel nach einer Ecke am zweiten Pfosten freistehend zum Torschuss. Der Winkel war aber zu spitz und Henschel traf nur noch das Außennetz. Auf der Gegenseite kam Florian Meyer zu Allendorf nach einer Ecke von Rechtsaußen Florian Symanzik zum Torabschluss. Seine starke Volleyabnahme flog aber ca. einen Meter über das Tor. Mit dem 0:0 ging es in die Pause.

Die zweite Halbzeit ist relativ schnell erzählt, denn gespielt wurde kaum noch. Es reihte sich eine Spielunterbrechung an die nächste. Zunächst gab es in der 51. Spielminute die kalte Dusche für den TuS. Gleich drei Borgloher konnten nach einem Freistoß aus dem Halbfeld für die Hausherren den Ball nicht ausreichend klären. Der Ball sprang vor die Füße von Marco Rieke, der aus ca. 35 Meter Torentfernung abzog. Jannis Kappelmann versuchte den Schuss zu blocken, fälschte den Ball aber unglücklich ab, sodass dieser sich im hohen Bogen über den chancenlosen Torwart Johannes Waack ins Tor senkte. Ein Zufallstor, aber anders wäre in diesem Spiel wohl kein Treffer zustande gekommen. In der Folge wurde das Spiel deutlich hitziger. Neuenkirchen nutzte jede Kleinigkeit, um für Spielunterbrechungen zu sorgen. Der vollkommen überforderte Schiedsrichter hatte das Spiel zu keinem Zeitpunkt im Griff. Dies lag wohl auch an einer Vorgeschichte, die einige Wochen zuvor zwischen dem Schiedsrichter und einigen Spielern von Neuenkirchen im Spiel gegen Glane vorgefallen war. Fakt ist, Neuenkirchen durfte sich alles erlauben. Neben einem Dutzend Mal den Ball wegschießen waren Diskussionen mit dem Schiedsrichter und auch Beleidigungen gegen Borgloher Spieler, die vom Schiedsrichter gehört - aber nicht geahndet wurden, an der Tagesordnung. Die Grün-Weißen versuchten ruhig zu bleiben und den Hausherren ihr Spiel aufzudrängen, dies gelang aber über 90 Minuten nicht. Stattdessen kamen die Grönegauer in der 68. Spielminute zum 2:0. Frederik Brands eroberte auf Höhe der Mittellinie den Ball lief, mit ihm auf das Borgloher Tor zu und schoss aus ca. 20 Meter Torentfernung flach ins Eck. Während die Grün-Weißen Verteidiger nur Geleitschutz gaben und nicht ausreichend verteidigten, rutschte der Ball bei Torwart Waack unter dem Bauch hindurch ins Tor. Wieder ein Zufallstreffer, dem allerdings der größere Willen von Neuenkirchens Torjäger Brands vorausgegangen war. Nur zwei Minuten später war Michael Brüggemann auf der Gegenseite durch und köpfte über das Tor, um direkt im Anschluss von Torwart Mattern unabsichtlich niedergestreckt zu werden. Über einen Elfmeterpfiff hätten sich die Hausherren nicht beschweren können – es aber sicherlich gemacht. Im Gegenzug konterten die Grönegauer und hatten durch Zakaria Mohammed eine Chance, der Stürmer schoss aber aus 16 Meter in die dritte Etage. Trainer Lars Brinkschröder wechselte in der 71. Spielminute erstmals und stellte zeitgleich hinten auf eine Dreierkette um. Für Rechtsverteidiger Marco Hebbelmann kam Linus Heidemann als dritter Stürmer in die Partie. In der 77. Spielminute fiel dann der Anschlusstreffer. Wieder von der Marke „Zufall“. Linus Heidemann setzte seinen Gegenspieler stark unter Druck und erzwang einen Rückpass zum Torwart. Dieser wurde wiederrum von Michael Brüggemann unter Druck gesetzt und schoss beim Klärungsversuch seinen Mitspieler ab. Der Ball trudelte von dort ins eigene Tor. Dieses war der Auftakt zu noch mehr Geschrei und noch mehr Diskussionen. Ein Fußballspiel war es schon lange nicht mehr. Lars Brinkschröder wechselte noch einmal, Vincent Schlüter kam für Jannis Kappelmann in die Partie. Borgloh gab nicht auf und hatte noch zwei sehr gute Chancen zum Ausgleich. In der 86. Spielminute kam Marcel Schweer nach einer Flanke von Michael Brüggemann freistehend aus 5 Meter zum Kopfball. Der Stürmer traf aber den Ball nicht richtig, weshalb Torwart Mattern keine Mühe hatte, den Kopfball zu parieren. In der viel zu kurzen Nachspielzeit hatte Linus Heidemann dann die Riesenchance zum Ausgleich. Henrik Meyer zu Allendorf verlängerte einen Kopfball von seinem Bruder Florian auf den zweiten Pfosten, wo Heidemann gänzlich frei aus 5 Meter Torentfernung zum Torschuss kam. Der Stürmer drosch den Ball aber über das Tor. Schlusspunkt der Partie war ein grobes Foul auf Höhe der Mittellinie an Florian Symanzik, welches im Normalfall eine rote Karte nach sich gezogen hätte – es gab nichtmal Gelb.

Für die Grün-Weißen war es ein sehr bitterer Abend. Über die Art und Weise, wie Neuenkirchen im zweiten Durchgang auftrat und ob der Schiedsrichter nicht schon frühzeitig mit gelben/roten Karten für Ruhe hätte sorgen sollen sei mal dahingestellt. Fakt ist, die Borgloher zeigten eine sehr schwache Leistung und hatten keine Punkte verdient. Damit sollte dieses Spiel endgültig abgehakt werden.

Am kommenden Sonntag geht’s für „Bibo“ Zehn, Lukas Sundermann und Co weiter, wenn um 14 Uhr die Spielvereinigung Niedermark an der Schulstraße gastiert.

Aufstellung Borgloh: 99 Waack – 6 F. Meyer zu Allendorf, 4 Sundermann, 8 H. Meyer zu Allendorf, 15 Hebbelmann (17 Heidemann, 71 Spielminute) - 10 Symanzik, 9 Kappelmann (11 Schlüter, 83. Spielminute), 14 Zehn, 13 Müller – 18 Brüggemann, 5 Schweer

Tore: 1:0 Marco Rieke (51), 2:0 Frederik Brands (68), 2:1 Eigentor (77)

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